Remastered: Alle Details
Remastered ist ein Erlebnis, das alle deine Sinne anspricht und aus mehreren Räumen besteht, in denen du von Bild und Ton umgeben bist. Das Herzstück des Erlebnisses ist die halbstündige Show, der Remastered seinen Namen verdankt. Inspiriert von den Werken der holländischen Meister wie Hieronymus Bosch, Rembrandt und Van Gogh.
Wer Remastered betritt, steht am Anfang einer Reise, einer Reise durch eine wundersame, digital erschaffene Welt. Alle Räume, die dir auf deinem Weg begegnen, sind Schatzkammern, in denen du den Reichtum der Natur und die Kraft der menschlichen Vorstellungskraft bestaunen kannst.
Im Empfangsbereich wird man sofort von der digitalen Welt überwältigt. Robin Groenveld, der kreative Kopf hinter Remastered, erklärt: „Einerseits haben wir den herrlichen Blick auf die Skyline von Rotterdam und unsere Terrasse, daher gibt es hier keine Videoprojektion mit Beamern, sondern einen riesigen LED-Bildschirm – den größten in Europa, wie mir gesagt wurde.“ Auf diesem Bildschirm entfaltet sich eine typisch niederländische Landschaft in Form einer gezeichneten Animation. Am Himmel wimmelt es von fliegenden Objekten. Die kommen nicht von selbst dorthin: Die Besucher malen vor Ort auf Papier ihren eigenen Heißluftballon, ihre Rakete usw. aus. Diese Zeichnung legt man in einen Scanner, der das Bild digital in ein 3D-Objekt umwandelt, das dann im Handumdrehen auf dem meterbreiten Bildschirm erscheint. So erschafft jeder sein eigenes bewegtes Objekt in dieser digitalen Landschaft. Und mit einem Knopfdruck manipuliert man das Gesamtbild mit allerlei Spezialeffekten.
Dann ist es Zeit für die Entdeckungsreise. LED-Streifen führen dich zu einem Wasserfall, der sich wie eine Tür zu einer unbekannten Welt voller Unterwassergeräusche öffnet. Durch ein Labyrinth aus Gängen, in denen animierte Figuren von Hieronymus Bosch dir den Weg weisen, erreichst du schließlich dein erstes Ziel. Groenveld: „Der Effekt des Labyrinths besteht darin, dass du die Orientierung verlierst. Wo bin ich, wohin gehe ich? Und im Dunkeln weiten sich deine Pupillen, wodurch die projizierten Bilder noch intensiver wirken.“
Underworld
Underworld: Eine Digitale Unterwasserwelt
Die Unterwasserwelt ist ein lebendiges digitales Kunstwerk. Jeder der über 100.000 Fische reagiert eigenständig. Sie schwimmen in Schwärmen um dich herum, weichen aber – genau wie in der Realität – bei menschlicher Interaktion aus. „Nichts ist jemals gleich. Wir haben ein einzigartiges System entwickelt, bei dem Bewegung in Echtzeit in Bilder umgewandelt wird.“ Korallen und Unterwasserpflanzen verändern bei Berührung ihre Farbe und Form. Speziell für Kinder schwimmen kleine Nemos auf ihrer Höhe heran. Ein riesiger Wal und ein Mantarochen machen diesen Raum zu einem Ort, an dem man in die Ruhe der Unterwasserwelt eintaucht und Teil davon wird.
Overworld
Oberwelt: Hoch In Den Lüften
Über den polygonalen Hügel trittst du durch eine Tür in einen Raum, in dem dich ein Aufzug mit schwindelerregender Geschwindigkeit 99 Stockwerke in die Höhe schießt. Dort, hoch in den Wolken, eröffnet sich ein Luftraum, in dem Schwärme von Vögeln um dich herumfliegen. „Die Wolkenhimmel wurden mit Bildern aus Gemälden der holländischen Meister geschaffen. Auch dies ist wieder ein lebendiges Kunstwerk, immer wieder anders, nie dasselbe. Die Farben der Wolken ändern sich, wie bei einem Sonnenuntergang, je nach Stand der Sonne.“ Hier und da löst sich ein Vogel aus der Schar, wählt seinen eigenen Weg und zieht dabei eine Kondensstreifen hinter sich her, wie ein Flugzeug.
Studio Smack
Speculum: Ein Digitales Meisterwerk
Von der meditativen himmlischen Ruhe zur Konfrontation mit der menschlichen Unvollkommenheit scheint ein großer Schritt zu sein, ist aber nur eine Schiebetür entfernt. „Speculum“, wie das von Hieronymus Boschs berühmtem Triptychon „Der Garten der Lüste“ inspirierte Kunstwerk offiziell heißt, ist ein digitales Meisterwerk, bei dem einem die Augen nicht ausreichen. Groenveld: „Dieses Werk zeigt, wie inspirierend ein Maler wie Hieronymus Bosch auch heute noch für eine neue Generation digitaler Künstler ist, die dem Ganzen wiederum eine eigene, äußerst aktuelle Note verleihen und zum Nachdenken anregen.“
Main show
Remastered: Die Hauptshow
Aufgrund seines Hintergrunds im Veranstaltungsbereich wurde Robin Groenveld von der enormen Wirkung neuer Formen der digitalen Bildgestaltung inspiriert, die durch die Entwicklungen im Bereich der Rechengeschwindigkeit und der Bildprojektion ermöglicht wurden. „Große Popkonzerte und Dance-Events werden immer häufiger von riesigen Bild- und Lichtshows begleitet. Ich dachte mir: Was wäre, wenn wir das Ganze einmal umdrehen würden? Jeder ist den ganzen Tag von Bildsprache umgeben, daher passt dieser Ansatz viel besser zu unserer heutigen Erlebniswelt. Die Idee, damit zu arbeiten, hat mich enorm inspiriert. Und eine Kombination aus Ausstellung und Veranstaltung war noch ein relativ unerschlossenes Gebiet.“
Die Entdeckungsreise begann mit der Suche nach einem Thema. Groenveld: „Ich habe mich gefragt, wofür wir als Niederländer bekannt sind, worin wir uns auszeichnen. Wenn man in Bildern denkt, kommt man schnell auf die Gemälde von Rembrandt, Pieter Bruegel, Vermeer und in jüngerer Zeit beispielsweise Mondrian. Was jedoch nicht viele Menschen wissen, ist, dass unser Land heutzutage auch eine Spitzenposition in der digitalen Bildgestaltung einnimmt, etwa bei Computerspielen, 3D-Animationen und VR-Anwendungen.
Das sind die niederländischen Meister von heute. Da ging mir schnell ein Licht auf, in welche Richtung ich gehen wollte.“
Die langjährige Erfahrung in der Organisation von Veranstaltungen kam uns dabei sehr zugute. „Ich wollte eine Show, die einen umhaut. Genau wie bei einem Konzert mit einem Anfang, einem sorgfältig aufgebauten Mittelteil und einem fulminanten Finale. Mit überraschenden Bildern und untermalt von elektronischer Musik. Genau das, womit wir als Niederländer weltweit punkten. Unsere DJs gehören seit Jahren zur Spitze der Dance-Szene und können daher mit Stolz als ‚Dutch Masters‘ bezeichnet werden.“
Mit dieser Grundidee machte sich Groenveld daran, ein Team um sich herum aufzubauen, um all diese Ideen zu verwirklichen. Es wurde zu einer Entdeckungsreise, bei der der Fantasie freien Lauf gelassen wurde. „Ich hole mir meine Inspiration überallher. Von Videos von Massive Attack bis zu Schneewittchen und den sieben Zwergen, von Prince bis zu Superman und von Boudewijn de Groot bis zu Computerspielen. Die Werke einiger renommierter Maler waren ein Ausgangspunkt, aber vor allem eine Inspirationsquelle. Außerdem stellte ich fest, dass sich all diese Maler gegenseitig inspiriert haben, sodass ich eine Zeitachse nutzen konnte. Aber das Wichtigste war, dass ich frei denken wollte, dass ich etwas Einzigartiges schaffen wollte. Assoziation und Verfremdung sind die Schlüsselbegriffe für das, was ich vorhatte.“
Die Entfremdung beginnt bereits vor Beginn der Show. Die Besucher versammeln sich in einem großen Raum, wo in Erwartung des Beginns eine Kakophonie aus Glocken um sie herum mit der Zeit spielt. Projektionen auf meterhohe Wände und den Boden umgeben dich mit Bildern und Surround-Sound, der aus allen Richtungen kommt. Eine große Zeitkapsel in der Mitte des Raumes nimmt dir zunächst die 360-Grad-Sicht und deine Orientierung. Es steht etwas bevor.
Jeroen Bosch
Nachdem die Glocken geschlagen haben, beginnt die Show mit einem Zeitraffer, in dem wir die Entstehung des Lebens mitverfolgen. Dann betritt der erste niederländische Meister die Bühne: Hieronymus Bosch. Groenveld: „Dieser Mann war in meinen Augen der pure Rock ’n’ Roll; ein Rockstar avant la lettre. Rau und ungezügelt in seiner Fantasie. Deshalb wollte ich ihn als eine Art Marvel-Actionheld darstellen. Also keinen alten Mann mit grauem Bart, sondern einen jungen Riesen, einen Magier, der mit seinem Stab seine Umgebung und besondere Figuren zum Leben erweckt.“
Wenn Jeroen Bosch mit seinem Gefolge in einem bunten Umzug durch das Land zieht, spürt man als Zuschauer erst richtig, wie die Projektionen um einen herum auf einen wirken. Die speziell von DJ Sam Feldt komponierte Musik verstärkt das Gefühl eines modernen Märchens.
Pieter Bruegel
Als der Zauberer schließlich wie durch Zauberei den Tag in Nacht verwandelt und sich von seinem Publikum verabschiedet hat, erscheint mitten im Saal der Turm zu Babel und kündigt damit Pieter Bruegel an. Robin: „Mich hat die Geschichte hinter dem Gemälde inspiriert, in der Gott die Erbauer des Turms für ihren Hochmut bestrafte, bis in den Himmel reichen zu wollen, indem er sie in alle möglichen Sprachen sprechen ließ. Eigentlich geht es hier im Grunde um die Darstellung von Kommunikation. Oder besser gesagt: um einen Kurzschluss in der Kommunikation, wodurch die Menschen einander nicht mehr verstehen. Die Musik zu diesem Teil stammt aus der Zeit von Pieter Bruegel und wird mit der Musik von heute kombiniert: der der DJs. Und ja, am Ende geht alles schief und das ganze Konstrukt stürzt in sich zusammen.“
Gott hat bestraft, es ist vorbei und aus, auf Hochmut folgt der Fall. Was bleibt, ist der Triumph des Todes, wie Pieter Bruegel ihn in seinem Gemälde dargestellt hat. Mit moderner Technik erwacht der Tod zum Leben und fährt auf einem Wagen voller Schädel durch eine trostlose Landschaft aus Hölle und Verdammnis. Gelegentlich wenden sich die Skelette dem Publikum zu, um dann ihren makabren Weg fortzusetzen. Die Leinwand färbt sich schwarz, und es wird dunkel.
Rembrandt van Rijn
Ein Herzschlag kündigt neues Leben an. Eine neue Leinwand, die für Rembrandt bestimmt ist. Bunte Pinselstriche wirbeln durch den Raum und enthüllen berühmte Porträts. Groenveld: „Ich wollte unbedingt, dass alle einzelnen Linien aus den Farbpixeln der gezeigten Gemälde selbst bestehen. Das war eine ziemliche Herausforderung, aber es ergibt einen wunderschönen Effekt. Die Bilder werden auf diese Weise logisch enthüllt und auch wieder ‚zerlegt‘. So entsteht eine wunderschöne Farbpalette, die wir anschließend mischen und ineinanderfließen lassen.“
Johannes Vermeer
Vermers Werk zeichnet sich durch die vielen Einblicke in Räume mit alltäglichen Szenen aus. „Es hat mich einiges an Kopfzerbrechen gekostet, dafür eine Form zu finden. Wie stellt man das dar? Ich fand die Lösung in einem Puppenhaus aus der Zeit Vermeers mit vielen Zimmern. Hinter den Türen konnte ich immer hineinsehen. Um das umzusetzen, haben wir ein Puppenhaus digital in 3D nachgebaut und die Räume ausgefüllt.“ Als Besucher schrumpft man auf Miniaturgröße und geht gemeinsam durch die Gänge und an den Treppen entlang. Man erlebt die Perspektive auf ganz besondere Weise und wird sich des Raums bewusst, in dem man sich befindet. Eine Grande Tour durch die Welt von Vermeer, bei der man am Ende virtuell auf einen kleinen Innenhof tritt, wo man langsam über die Dächer emporgehoben wird.
Vincent van Gogh
Dort färbt sich der Himmel blau in einem Gewirr aus Tausenden von Strichen. „Van Goghs Maltechnik eignet sich hervorragend für eine digitale Interpretation. Ich wollte bewusst keine Gemälde abbilden oder bearbeiten, denn das war meiner Meinung nach zu naheliegend und wurde schon oft gemacht. Ich habe sozusagen seine Bausteine verwendet und ihnen meine eigene Interpretation gegeben. Jeder darf darin sehen, was er will. Und irgendwie befindet man sich doch für einen Moment im Kopf des Malers, zumindest empfinde ich das so.“
Piet Mondriaan
Der Übergang von Van Gogh zu Mondrian wurde schnell deutlich. Mondrian durchlief in seinem Schaffen eine bemerkenswerte Entwicklung. In seinen ersten abstrakten Werken ließ er sich von Van Gogh inspirieren. Daraus entstanden später seine Gemälde mit Farben und geometrischen Flächen. Groenveld: „Das Spiel mit diesen klaren Linien und Bildern war eine große Herausforderung. Vor allem, weil man sie mit Musik und Soundeffekten auf einen Beat setzen konnte. Elektronische Musik und Mondrian passen perfekt zusammen. Es lädt zum Tanzen ein.“
Zum Abschluss gibt es das Grande Finale, den Schlussakkord, und die Show endet mit einem festlichen Höhepunkt. Das Licht geht an. „Es ist immer wieder etwas Besonderes, zu sehen, wie alle mit einem breiten Lächeln den Saal verlassen.“